Kür & Gestell

Ein Plädoyer für die Erblickung einer Erlebbarkeit im Dienste der Menschlichkeit, der Natur, der bitteren Erfordernisse, ferner der Lebenszeichen, des holden Geistes und des gewandten Zaubers.

Für ein Hervorheben der Nachsichtigkeit, des Zähen, des Winzigen, dezentralen Überschaubaren.

Ein Vivat für Kleinbauern, Fischer und Handwerker, Pflege- und Krankenpersonal, Helfer und Retter aller Art...! Ein Hoch den Philanthropen, Altruisten, Heimmüttern und den Ausgestoßenen!

Ein Aufruf für gerechten Lohn, für ehrenamtliche, notwendige, schwere Dienste, sowie für die dienliche Eigenschaft des Teilens.

Ein Aufruf für die Aufwertung einer tatsächlich geleisteten Arbeit, sowie für eine zweckbedachtere Güterproduktion.

Großachtung sei für eine vernünftige Konsumselbstbegrenzung gemeint.

Ein Zufruf für die Hervorhebung des gestalterischen Könnens, des Unikums, der Phantasie; für einen Nachlass großartiger, verständlicher, glaubwürdiger Schätze. Wider Scharlatane, Opportunisten oder Sondermüllobjekte als goldene Kälber. Möge – wenigstens im Namen des öffentlichen Rechtes – eine offizielle Ausgewogenheit der Anerkennung gegeben sein.

Vorhang auf für kaum sichtbare, leutselige Hälmchen, welche nicht gedeihen können/dürfen/wollen...

Wozu all dies? Weil in einer rasenden vom Profit gegeiselten Welt sowie in unserer scheinheiligen Mediengesellschaft das bloße träumerische Gestalten einer glatten Fläche doch nicht alleiniger Sinn einer heilenden Botschaft sein kann.

Ein grundlegender Verdruß soll letztlich nicht walten; das Lebe-Hoch des gegenwärtigen Schattens gediegener Ähren gedultet sich auf die nächsten Umwälzungen des Daseins, um dann mit Genugtuung das frische Mehl den Gescheiterten zu reichen.