Das Häppchen macht den Goldfisch

Der Luxus liegt in allem was sich rar macht:

Der Einklang mit der Natur, die Stille, das In-sich- Gehen, die wiederentdeckte Langsamkeit, das Vergnügen zeitverkehrt zu leben, der fruchtbare Müßiggang, der Genuß von Hauptwerken des Geistes... in solchen Privilegien, welche nicht kaufbar, wenn nicht überhaupt unerschwinglich sind.

Also, wider eine erleidete Verelendung, der man eine ausgesuchte Verarmung – eine freiwillige Selbstbeschränkung sozusagen – entgegensetzen könnte. Jene sei keinesweg der Wunsch der Bedürftigkeit als viel mehr die Neubestimmung der selbstdefinierten Prioritäten. Sich irgendwie entbinden; die Freiheit der Bequemlichkeit ist einem willkürlichen Sozialstand einer breiteren Lebensweise vorzuziehen, dies, um zum Wesentlichen zurückzukehren, statt Gelder und Güter als eine höhnische Sperre gegen Bangigkeit und Tod anzuhäufen. Zu guter Letzt ist der echte Luxus (tja, alles, was wertvoll feststeht, gibt sich sowohl schwierig als auch spärlich) das Erfinden seines eigenen Lebens, die Selbstbeherrschung seines Schicksals.

Wer es versteht sein Leben als „Ewigen Lenz“ zu gestalten, übersieht aber nicht, dank seiner Arbeit, einen Beitrag in der Gesellschaft zu leisten.

Glühender Wunsch wäre, dass die Dienste, welche zur Erhaltung des allgemeinen Wohlstandes notwendig sind unter allen Bürgern arbeitszeitmäßig verteilt würden, sodass alle sowohl Arbeit und Lebensfreude ebenbürtigerweise gestalten könnten: etwa durch eine dreitägige gewerbsmäßige Arbeitswoche für alle. Darüber hinaus gälte die freie Wahl, mehr zu schaffen.


Es gilt also, den positiven Gehalt von Alltagsritualen ins Bewußtein zu holen, um daraus Sinn, Energie und Lebendigkeit zu schöpfen, und mit den rituellen Höhepunkten in den Jahres- und Lebensabläufen kreativ umzugehen. Um einerseits das Allzuglatte und Immer wiederkehrende im Alltag neu zu beleuchten, seinen Symbolgehalt und seine Ordnungskraft bewußt zu nutzen und um andererseits unseren Hunger nach Sinn, Dramaturgie, strahlenden Höhepunkten, nach symbolischer Vertiefung und Verankerung in der Gemeinschaft zu stillen. Aber das sei nicht durch Normierung, Fastfood oder gekaufte Genüsse zu erreichen, sondern „erst die Kultivierung der Hindernisse und Umwege, also des Indirekten und Unnützen, des ganz und gar überflüssigen Aufwands an Zeit, an Mitteln und an eigenem Können, schafft Anspannung und Entspannung, selbstvergessene Versammlung in sich und heiteren Ernst, kurz: die Voraussetzungen dafür, wahrhaft zu genießen“.

 


Rückenmark

Welche Stellung können christliche Imagisten in unserer Gesellschaft finden?

Ihr Wirken sollte wesentlich sein.

Sie geben dann dem Schönen einen Sinn und vermitteln es Anderen, welche oft mit Alltagszwängen beschäftigt sind. Sie rufen uns durch die Wohlgestaltung, die Preislosigkeit der Dinge ins Gedächtnis zurück. Der christliche Formgestalter kann durch die Muse seinen Glauben kundtun, somit eine wahrhafte Botschaft der Hoffnung vollbringen. Die holde Formung ist eine Gottesgabe, welche uns durch Menschenhand Friede und Anmut schenkt. Wenn das Ergebnis herrlich wirkt, führt sie den Menschen natürlicherweise zum Wohlbehagen, ferner zur Sehnsucht nach Gott. Somit bildet die musische Formung einen Weg zu Gott, sie spricht uns jenseits der Wörter an, berührt zudem die Herzen.

Gewiß, selbst eine restlose Behübschung des Lebensraumes – siehe ein Dikat der Ästhetik – ohne den christlichen Geist inne zu folgen, führte uns zum satten Verdruß.

Das Erdige widerspiegelt eben unvollkommen das Himmlische, daher das ewige Sinnentrachten nach Schönerem, vorallem im Geiste.

 


Kür & Gestell

Ein Plädoyer für die Erblickung einer Erlebbarkeit im Dienste der Menschlichkeit, der Natur, der bitteren Erfordernisse, ferner der Lebenszeichen, des holden Geistes und des gewandten Zaubers.

Für ein Hervorheben der Nachsichtigkeit, des Zähen, des Winzigen, dezentralen Überschaubaren.

Ein Vivat für Kleinbauern, Fischer und Handwerker, Pflege- und Krankenpersonal, Helfer und Retter aller Art...! Ein Hoch den Philanthropen, Altruisten, Heimmüttern und den Ausgestoßenen!

Ein Aufruf für gerechten Lohn, für ehrenamtliche, notwendige, schwere Dienste, sowie für die dienliche Eigenschaft des Teilens.

Ein Aufruf für die Aufwertung einer tatsächlich geleisteten Arbeit, sowie für eine zweckbedachtere Güterproduktion.

Großachtung sei für eine vernünftige Konsumselbstbegrenzung gemeint.

Ein Zufruf für die Hervorhebung des gestalterischen Könnens, des Unikums, der Phantasie; für einen Nachlass großartiger, verständlicher, glaubwürdiger Schätze. Wider Scharlatane, Opportunisten oder Sondermüllobjekte als goldene Kälber. Möge – wenigstens im Namen des öffentlichen Rechtes – eine offizielle Ausgewogenheit der Anerkennung gegeben sein.

Vorhang auf für kaum sichtbare, leutselige Hälmchen, welche nicht gedeihen können/dürfen/wollen...

Wozu all dies? Weil in einer rasenden vom Profit gegeiselten Welt sowie in unserer scheinheiligen Mediengesellschaft das bloße träumerische Gestalten einer glatten Fläche doch nicht alleiniger Sinn einer heilenden Botschaft sein kann.

Ein grundlegender Verdruß soll letztlich nicht walten; das Lebe-Hoch des gegenwärtigen Schattens gediegener Ähren gedultet sich auf die nächsten Umwälzungen des Daseins, um dann mit Genugtuung das frische Mehl den Gescheiterten zu reichen.

 


Hoch lebe das Papier

Erhaben hat sich das Papier vom Zwang und der Kraft des Holzes losgelöst. Daraus das Sinnen diese aus dem Wald geborenen Masse mit Tönen zu bedecken, ferner eine musische Vorstellung darauf bedächtig zu verewigen.

Seine körnige Beschaffenheit sowie die blanke Ausstrahlung gebieten Ehrfurcht; seine primäre Unbeflecktheit trotzt einer befristeten Freiheit, widerspiegelt zugleich manche mannigfaltige künftige Wunschhorizonte.

Geben wir ihm Flecken, welche es artig aufnimmt, wird es dennoch seinen Charakter nicht verschmähen.

Farben natürlicher Zusammensetzung mit mäßigem Geruch, Bleiminen in Holzstiften, verschiebbare Pigmente, eine schlichte Tinte, verwässerte Pinselhaare, sie vermischen sich mürbe am Papier, bevor sie später vom harzenen Firnis, ineinander verschmolzen, erstarren.

Der Äther im Raum bleibt dabei während des gesamten Aufbaues atmungsgenehm.

Dem Papier, ferner dem Bild, bewährt die scheinbare Behutsamkeit der angewandten Materialien die ersehnte Leichtigkeit einer unangetasteten Handlung.

Also rundheraus ein Zustand in ebenmäßigem Ausmaß.

 


Das Kleingedruckte

Für eine architektonische Landschaftsplanung mit Eigenschaften und Harmonie, eine lokale Prägung der Bauwerke inklusive jener der Industrie. Wider eine öde Umwelt, welche durch Fassaden, Autos, Plätze… sich versiegeln, drücken und verstecken lässt. Ein Nachruf dagegen für eine maßvolle Üppigkeit der Zierde, nach außen gerichtet zum optischen Genuss aller Bürger.


Neue Städte als Kleinöde wie Venedig, Prag, Brügge, Sevilla, Kopenhagen, Marrakesch… im Sinne der Modernität aufziehen. Also Orte, wo Menschen dicht angesiedelt leben, denken, schlafen, weitgehend auto- und mopedfrei – siehe Platz, Luft, Optik, Lärm – gestalten. Warum soll zu Hause Venedig oder eine autofreie Insel nicht möglich sein?

Warum gelten weiterhin historische Stadtzentren mit all ihren Vorzügen zum Herzeigkern, während im Umkreis deren wild aufgebaute Gegenden mit zig optischen Erbärmlichkeiten sprießen obendrein den Alltag verderben? Ist uns seitdem doch nichts mehr anderes eingefallen…? Als in der Freizeit massenweise aus den Ortschaften zu flüchten?

Je kompakter eine Ansiedlung, umso besser für das Miteinander, die Versorgung, die Sicherheit, die Geselligkeiten… die freie Natur herum ist sodann für alle nah erreichbar und grenzenlos.

Müssen missliche Wohn- und Kommerzbauten reizende Naturgegenden verschandeln, noch dazu die fruchtbarsten Äcker versiegeln? Für eine harmonische Trennung der Bauarten; demnach sollte zum Beispiel eine Altstadt oder Landgemeinde stilistisch unversehrt bleiben. Dagegen „modern“- avantgardistische Einheiten je nach Artweise sich unabhängig entfalten können. So entscheiden sich letztlich die Bürger, in welchem Umfeld sie leben möchten. Übrigens, was nützen gelungene trendige Einrichtungen, wenn in Betrieb lauter entsetzliche Fremdkörper wie Werbebanner, Planen, Prospekte und Gestelle jeglicher Arten herumstehen? Warum verstellen Millionen gewöhnlicher Wagen die stimmigsten Orte?

Ein Plädoyer für eine stärkere Vermittlung der Vernunft, was die ständige Flucht – vulgo Mobilität – betrifft.


Wohl doch Grenzen setzen, damit möglichst aus eigener Kraft vorerst das Optimale an Ressourcen und demokratischer Klugheit in einem Land – in nächster Nähe – zu erringen. Desgleichen, um kulturelle Eigenschaften (nationale Währung, Sprachen u. v. a.…) als Bereicherung der Weltgemeinschaft zu erhalten sowie eine gesunde und friedliche Konkurrenz der Staatensysteme zu aktivieren – siehe das Prinzip des Mäzenatentums welches weiland auch gepflegt wurde.

Dies widerspricht nicht einer fruchtbaren Durchmischung der Völker samt deren Einflüssen zu erfahren, vor allem, wenn im eigenen Land dennoch Mangelerscheinungen diverser Quellen herrschen.


Also, die Einreise in ein fremdes Land sollte durch „Entschleunigung“ wie ein Ritual gewonnen und geschätzt werden. Dagegen führen Massentourismus als auch Masseneinwanderungen zu großen tragischen Umwälzungen. Das Gleiche gilt logischerweise für das Verhältnis „Stadt – Land“ weltweit. Überhaupt durch hauseigene erzeugte Energie (Wasser, Wind, Sonne…), durch philantropische Geldinstitute und Immobilienkreise, Loslösung des Energie-, Banken- und Immobiliendiktats; dass heutzutage noch die Entlohnung der eigenen Arbeitsleistung alle vier Wochen unklarerweise entzogen und fremd verbraucht wird… um auf Kosten des gleichen Gehalts größere, weitere, teurere und lukrativere Systeme zu erzwingen, ist stets unverhört.


Übrigens, warum erzeugen bloß Männer noch immer ungeniert die todes- und sinnesvernichtendsten Dinge wie Waffenrüstungsgüter, Motorräder, Schund und schauerliche Bilder, Chefposten, Verkaufshallen, Rennwagen, Börsen, Reklamewände, Wirtschaftsnachrichten, Motorboote, Wolkenkratzer, Drogen, schreiende Werbungen, Banken, Betonwüsten, Wettcafés, Riesenlautsprecher, Mehrzweckhallen, Massenschlachthäuser, Riesenstadien, Gaststättegestaltung, Grabsteine und Denkmäler… Gnädige Welt, entziehe den Männern deinen Planeten ihrer Vollmacht! Denn deren protzige zerstörerische Handlungen reißen die wohlwollenden, deinem Geist Gesinnten auch mit in den Abgrund.


Wieso das Gebieterische der Geschwindigkeit, der unablässigen Visualisierung und „Erreichbarkeit“, der Wirtschaft, der Großformate, der Sexualisierung, der Weltkonzerne, der Männersportarten, der Dauerberieselung, des Lärms, der Lautstärke, der Miniaturisierung, des Internetzes samt Mobiltelefonie… des unverschämten Gezieres der Film-, Mode-, Pop- und „Qunstwelt“.


Für eine kulturelle und ökologische Lostrennung von der Massenwerbung, von der Mobiltelefonie und dem Internetz, des Fernsehens, der Kernenergie, des Erdöls, der Monokultur, der Massentierhaltung, des weißen Zuckers sowie von Autos und Flugzeugen als Maß aller Dinge… und wenn schon Automobil, warum – statt tonnenweise Blech für meist eine Person – nicht kleine Module, welche je nach Bedarf (mehrere Passagiere, Fracht… ähnlicher Weise beim Wohnbau…) zu ergänzen – zum Ausleihen wären?


Wenn schon die Unart herrscht, ein privates Produkt auf über die Hälfte der Gestaltungsfläche mit Warnungsetiketten überkleben zu müssen (Tabakwaren), dann ebengleiche Maßnahmen auf alle durchaus schädlichen Produkte einführen (Putzmittel, Kosmetik, Fahrzeuge, Telefonie, Spirituosen, Zucker, Batterien, Agrarprodukte…).

Bei gleichzeitiger öffentlicher Belohnung vernünftiger Systeme, Einfuhr einer Sanktionierung alles verschwenderischen Sinnlosen: obendrein Finanzsysteme, Verwaltungen, Mobilität, Landwirtschaft, Tourismus, Produkterstellung und Verpackungen betreffend.


Wieso – gerade in Gegenden, wo das Klima es erlaubt – nicht eine Gleichstellung der Süßwasserfischproduktion als Konterpart zum üblichen Schlachtbankdiktat?

Als ein seltenes Opfermahl des Genusses – der Notwendigkeit – sollen der Fleischverzehr sowie Esswaren aus Übersee, aus der Ferne gelten, von wegen Sardinendosen als Armenkost… weit gefehlt!

Nichts als aufwendiger Luxus!

Es „lebe“ eine nachhaltige Landwirtschaft!

Gerade was die Saison uns bietet, oft gerade, was der Organismus braucht.

 

Was eine natürliche körperliche Ertüchtigung betrifft, bietet das Realleben ausreichend Anlässe – sei es durch Mobilität, Hilfeleistungen, Arbeit im Freien, Verzicht auf Haushaltsgeräte… – sie zu bekommen.


Wieso unersättlich sich zu ärgern über dies und jenes, was neu zu begehren hinlenkt? Lieber doch den wohligen Rückblick, auf was bereits in sich gewachsen ist, frönen. Weniger Angebot schafft Ansporn zum selber Aktivwerden, falls die Gunst es zulässt, zum wahren Genuss der Gegebenheit. Weniger Feste zum Beispiel, dafür lichte Einmaligkeiten, wobei statt überflüssigem Lautstärkenzwang vielleicht eine emotionelle akustische Weise, dazu das miteinander Tanzen, als einfache erste Stufe der Annäherung. Wenn Gastlokale teuer, beliebig und unpersönlich geworden, desto private Wohnbereiche als charaktervolle Austauschbühne neu entdecken, nebenbei sich begnügen mit einer Hausmusik oder mit dem strahlenfreien Heimtelefon, welches nicht „lügen kann“ noch dazu bloß zeitbegrenzt – wie beim Postkasten – geordnete Verbindungen erlaubt. Durchdenken wir, durch eine Verwendung ausgesuchten Vokabulars den Wert unserer Umgangssprache.


Kunst, Kultur und Liebe, diese drei weiblichen „Begriffswörter“ wurden noch nie so oft vergewaltigt, wie es heutzutage geschieht. Ratsam ist unter anderem, ihnen eine Berührungsabstinenz durch eine Sinneserachtung zu schenken: Nach einem großen Bogen deren Begierde herum, am Rand des Nichts angelangt, werden die zartesten Blüten jedem Geist zum Schaudern bringen. Überdies, die Unart unserer Zeit, wie es mit Massenpropagierung versucht wird – meistens im Sinne eines Wirtschaftsraumes bzw. von Interessengruppen – Kunst, Kultur, Liebe als Konsumselbverständigkeit zu drücken, ist obendrein ein Trug. Denn allein die Sehnsucht wird erpicht auf Entzückung.

Wider dem Tanz um das goldene Kalb, den Götzendienern samt deren infantiler Belanglosigkeiten, für das glaubwürdige Honorieren von Ausnahmeleistungen.

Für eine nüchterne Pflege der Bewunderungsskala mit Wörter und Taten wie Einwirkenlassen, anschließend beurteilen, dann Klatschen, Aufstehen, Zurufen, Kreischen… oder Schweigen.

Wenn inzwischen alles als Kunst & Kultur gilt, dann lieber alle öffentliche Subventionen abschaffen: Gleichheit für alle. Das Mäzenatentum würde alsdann – wie zur Renaissance etwa – die Ehrwürdigsten fördern, somit eine bereichernde Konkurrenz der Glanztaten erlauben.


Für eine Gesellschaftskultur des Lächelns, des Lachens, für eine Besinnung auf die ernst gedachten Rituale des Liebeslebens, abseits der schnellen Kost, wie das Kosen, die Verlobung, eine Vermählung, ferner – als Bereicherung der Zweisamkeiten – den Nachwuchs. Als harmonische Grundlage der Wonne dient das lose Begehren einer Person; nicht deren Besitz. Mögen die Generationen im Kreis des Lebens sich gegenseitig in Verständnis übernehmen.


Für das Urgrundrecht der Nacktheit im Alltag.

Des nachhaltigen Glücks wegen: Die modische Anpassung der meist jungen Frauen an die Anmaßung des zur Schaustellens des Leibes mit der Bekleidung, gilt als unklug; vordergründigerweise für alle Frauen selbst. Denn die Gewohnheit an die ständige Halbentblößung trägt dazu bei, dass – abgesehen von der Banalisierung der Reize, siehe Reduzierung auf einschlägige Merkmale einer Dame – ein undankbarer ständiger Vergleich unter ihnen entsteht, beziehungsweise verschärft wird. Demnach werden heutzutage Frauen aufgrund ihrer Körperlichkeit wie Waren in einem Supermarkt geprüft, ausgewählt und oft bis auf Abruf verkostet. Dass jede körperlich nicht gleich begnadet ist, gar ewig jung bleiben wird, schafft für den Mannesblick ein unfaires ewiges Begehren der Makellosigkeit Jungheranwachsender. Daher ist es also – unter anderem – die Aufgabe der (modischen) Bekleidung, Reize, Charme und Ungleichheiten soweit zu verschleiern bzw. veradelt erwirken zu lassen.

Die Sicht sinnlicher Hauptmerkmale eines Körpers wird durchaus nur als Ausnahme wohl gebührend genossen… überhaupt, wenn zuerst andere Zuneigungen ein engeres Verlangen an eine Höchstnähe hervorrufen, dann ist der Zustand einer Figur bereits Teil der de facto gewonnenen ersehnten gegenseitigen Intimität.


Für ein universelles Schulprogramm als Knigge für das Leben, mit Ethik, Handwerk, Selbstversorgung, Naturkunde, allgemeine Vorsorge, Heilmethoden… Für ein Dienstjahr zu Gunsten gesellschaftlicher Notwendigkeiten. In einer Zeit lebend, in der wie noch nie zuvor so viel „Fachkompetenz“ zur Verfügung steht, stellt sich einem immer häufiger die Frage, warum bei den lösbarsten Ärgernissen des Alltags anscheinend keine Gedanken geschweige Lösungen vor sich gehen. So übernimmt zunehmend der einfache Bürger – sei es bloß in Überlegung – die fehlende Rolle des dafür zuständigen Organs. Ist also bei gleichzeitiger Lähmung der Verantwortlichen das Wahrnehmungsniveau der Laien aufgestiegen? Wird diese Vermutung nicht den strebenswertesten Rang der ausgebildeten mittelfristig als überflüssig erscheinen lassen?

Nicht bloß das Finanzielle, sondern die Gewissenhaftigkeit, deren Mutter aus einer spirituellen Ethik hervorgeht, wird gemeinschaftliche nützliche Kreise (wie zum Beispiel jene der sozialen Wohlfahrt) auf Dauer aufrecht erhalten können. Die Gier, der Neid sowie die Bequemlichkeit des Nehmens hantieren dagegen wie eine unsägliche unersättliche Spirale, Sprengstoff vernünftiger Gesellschaften.

Für eine ehrlich beispielgebende lobbyfreie gediegene Politik als Rat der humanistischen technischen Weisen. Derlei für die UNOorganisation, welche als Obhut der Welt eine schlagkräftige Neuerfindung braucht, u. a. durch die Abschaffung des Prinzips der „ewigen“ vier Veto-Großmächte. Statt einer EU, für eine lockere Europäische Gemeinschaft (EG) mit supranationaler Instanz, welche zur Beratung wie Lösung gemeinsamer Herausforderungen steht.

Für eine apostolische Kirche der Schwestern und Brüder, ohne Paläste, ohne Chauvinismus, deren Eingeweihte mit dem holden bescheidenen Beispiel Jesus vorlieb nehmen, als heilende durchsichtige geschehnisnahe gütige Weltfriedensgestalt. Gleicht das System Vatikan jener Welt?


Geehrt sei das Schlafen als süße Flucht und Brunnen der dichterischen Begeisterung, als Refugium des sich selbst, Annäherung zum Jenseits, als Beet der Urbehaglichkeit, als blinder Rückzug aller akustischen optischen Reize und Scheußlichkeiten. Ferner, wodurch der Leib als winzige Masse dem kosmischen auf Abruf gefangen gehalten wird.


An die Milliarden Menschenseelen, welche der Erde entgangen sind, an alle, die jetzt auf unserem Planeten am ärgsten leiden, meine innigsten letzten unlesbaren Gedanken.